Ruhrschleuse und Ruhrwehr Duisburg / Ruhr Lock and Ruhr Weir Duisburg

Weiter geht es mit den Schiffsschleusen im Ruhrgebiet.

We continue with the ship locks in the Ruhr area.

In meiner Heimatstadt Duisburg mündet die Ruhr, der das Ruhrgebiet seinen Namen verdankt, in den Rhein. Im der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Ruhr bis FröndenbergLangschede schiffbar, verlor jedoch mit dem Aufkommen der Eisenbahn ihre Bedeutung als Schifffahrtsstraße. Heute ist nur noch der Unterlauf der Ruhr, auch bekannt als „Ruhrschiffahrtskanal“, bis zum Rhein-Ruhr-Hafen in Mülheim an der Ruhr für Frachtschiffe ausgebaut. Ab Mülheim verkehren nur noch kleine Ausflugsschiffe auf der Ruhr.

Die vom Rhein aus erste Schleusenstufe der Ruhr, die Ruhrschleuse Duisburg, wird auch als zweite Kammer für die Schleuse Duisburg-Meiderich (siehe hierzu den entsprechenden Beitrag) genutzt. Dies ist möglich, da die Ruhr etwa einen Kilometer oberhalb der Schleuse mit dem Rhein-Herne-Kanal verbunden ist.

In my home town of Duisburg, the river Ruhr, which the Ruhr area owes its name to, flows into the Rhine. During the first half of the 19th century, the Ruhr was navigable up until Fröndenberg-Langschede, but with the rise of the railroads, it lost its importance as a shipping lane. These days, only the lower Ruhr, also known as the Ruhr Ship Canal, is developed for cargo ships up until the Rhine-Ruhr Harbor in Mülheim an der Ruhr. Upstream from Mülheim, only small cruise ships travel the Ruhr.

The first lock in the Ruhr when traveling upstream from the Rhine, the Ruhr Lock Duisburg, is also used as a second chamber for the Lock Duisburg Meiderich (see the previous report). This is possible because the Ruhr is connected to the Rhine-Herne Canal about a kilometer (less than a mile) upstream from the lock.

Hier entscheiden sich gleich zwei Schiffe für den Weg durch die Ruhr.

Here, two ships choose the route through the Ruhr.

Die Ruhrschleuse Duisburg links, das Ruhrwehr Duisburg rechts.

The Ruhr Lock Duisburg to the left, the Ruhr Weir Duisburg to the right.

Das Ruhrwehr Duisburg vom Oberwasser aus gesehen. Schwimmen ist sowieso im gesamten Unterlauf der Ruhr aus Sicherheitsgründen verboten, zudem soll ein mit Bojen markiertes Seil Sportboote vom Wehr fernhalten.

The Ruhr Weir Duisburg as seen from upstream. Swimming is forbidden in the entire lower Ruhr due to safety reasons; in addition, a cable marked by buoys is supposed to keep pleasure crafts away from the weir.

Das Ruhrwehr vom Unterwasser aus gesehen, mit zwei geöffneten Wehröffnungen. Das Wehr dient der Regulierung des Wasserstandes der Ruhr, der im Oberwasser im Normalzustand 25 Meter über dem Meeresspiegel betragen soll. Um dies zu gewährleisten, können die vier Wehröffnungen je nach Bedarf individuell geöffnet oder geschlossen werden. Im Falle extremen Rheinhochwassers können die Wehrkörper auch komplett aus dem Wasser herausgefahren werden, um Beschädigungen etwa durch Treibgut zu vermeiden.

The Ruhr Weir as seen from downstream, with two opened weir hatches. The weir helps regulating the Ruhr’s water levels, which are supposed to remain at 25 meters (82 feet) above sea level under normal circumstances. In order to achieve this, each of the four weir hatches can be opened or closed individually as required. In the case of an extreme flood in the Rhine, the hatches can also be raised out of the water entirely in order to prevent damages caused by driftwood.

Das Ruhrwehr mit vier geschlossenen Wehröffnungen. Jede Öffnung ist etwa 30 Meter breit, die Breite des gesamten Wehres beträgt 150 Meter.

Erbaut wurde das Ruhrwehr Duisburg in seiner heutigen Form zwischen 1942 und 1956. Ein Bild des ursprünglichen Ruhrwehrs findet sich hier; Bilder vom Neubau finden sich hier, hier und hier, ein Bild vom heutigen Ruhrwehr kurz nach seiner Fertigstellung hier.

The Ruhr Weir with four closed hatches. Each hatch is about 30 meters (about 98 feet) wide; the entire weir spans 150 meters (about 492 feet).

The Ruhr Weir Duisburg in its current form was built between 1942 and 1956. A photo of the original Ruhr Weir can be found here; photos of the construction phase of the current weir can be found here, here and here; a photo of the current weird shortly after construction was completed can be found here.

Die Brücke, die über das Ruhrwehr führt, ist im Normalfall für Fußgänger und Radfahrer frei zugänglich. Der Weg führt über die Ruhrschleuse Duisburg weiter zur Schleuse Duisburg-Meiderich.

The bridge located on top of the Ruhr Weir is freely accessible for predestrians and cyclists under normal circumstances. The path leads across the Ruhr Lock Duisburg all the way up to the Lock Duisburg-Meiderich and beyond.

Ein Schiff steuert die Ruhrschleuse Duisburg an.

A ship is headed for the Ruhr Lock Duisburg.

Obwohl sich Schiffe in der Regel vorab per Funk zur Schleusung anmelden, hat dieser Schiffsführer dies offenbar versäumt: Am Wochenende ist die Ruhrschleuse nicht in Betrieb.

Die ursprüngliche Ruhrschleuse Duisburg wurde 1926 eingeweiht und verfügte außer dem Unter- und Oberhaupt auch noch über ein Mittelhaupt, die alle drei als Schiebetore konzipiert waren. Die Kammer hatte damals schon die heutige Breite von 12,80 Metern sowie eine Länge von sage und schreibe 350 Metern — seinerzeit die längste Schleuse Europas. Bilder der alten Ruhrschleuse finden sich hier und hier. Ende der 1980er Jahre wurde die Schleuse saniert, die Kammer wurde auf 311 Meter verkürzt und das Mitteltor fiel weg. Seit der Beendigung der Umbauarbeiten im Jahr 1987 wird die Ruhrschleuse Duisburg von der Schleuse Duisburg-Meiderich aus ferngesteuert. Aus diesem Grund gibt es hier auch keinen eigenen Schleusenturm.

Even though ships usually announce themselves via radio, this ship’s captain apparently failed to do so: The Ruhr Lock isn’t operated during the weekends.

The original Ruhr Lock Duisburg was inaugurated in 1926 and not only had sliding lower and upper gates, but also a middle gate. The chamber already had its current width of 12.80 meters (about 42 feet) back then, with a length of no less than 350 meters (1,148 feet) — the longest lock in Europe at the time. Photos of the old Ruhr lock can be found here and here. In the late 1980s, the lock was renovated, the chamber shortened to 311 meters (1,020 feet), and the middle gate was removed. Since the reconstruction was completed in 1987, the Ruhr Lock Duisburg is remote-operated from the Lock Duisburg-Meiderich. This is also why there is no separate control tower required.

Das Unterhaupt der Ruhrschleuse. Die Brücke ist für Fußgänger und Radfahrer im Normalfall frei begehbar; links führt der Weg zur Schleuse Meiderich, rechts zum Ruhrwehr.

The downstream exit of the lock. The bridge is freely accessible for predestrians and cyclists under normal circumstances; the path to the left leads to the Meiderich lock, while the path to the right leads to the Ruhr Weir.

Blick von der Brücke aufs Unterwasser der Schleuse.

A look from the bridge at the downstream exit of the lock.

Das Oberwasser der Schleuse von der anderen Seite der Ruhr aus gesehen; im Vordergrund der Teil der Ruhr, der zum Ruhrwehr führt. Auch hier gibt es ein „Ortsschild“ für die Schleuse.

The upstream exit of the lock as seen from the other side of the Ruhr, with the portion of the Ruhr that eventually flows down the Ruhr Weir in the foreground. This side has a „city limit“ sign for the lock as well.

Die Schleuse mit geschlossenem Obertor. Auch nach dem Umbau verfügt die Ruhrschleuse immer noch sowohl im Ober- als auch Unterwasser über Schiebetore. Leider ist das Oberwasser der Schleuse nicht zugänglich; dort befindet sich ein Naturschutzgebiet.

The lock with its upper gate closed. The Ruhr Lock is still equipped with sliding upper and lower gates following the renovation. Unfortunately, the upstream area is off limits; it has been declared a nature reserve.

Das geschlossene Untertor. Ds gelbe Dreieck fand sich früher auch auf den alten Untertoren der Schleusen am Rhein-Herne-Kanal, die bis Anfang der 1980er Jahre ebenfalls als Schiebetore konzipert waren.

The closed lower gate. The yellow triangle could also be found on the old lower gates of the Rhine-Herne Canal locks, which were equipped with sliding gates as well until the early 1980s.

Sobald beide Tore geschlossen sind, kann die Schleuse mit Wasser gefüllt werden.

Once boths gates are closed, the lock can be filled with water.

Sobald der Wasserstand innerhalb der Schleusenkammer gleichauf mit dem Wasserstand im Oberwasser ist, kann das Obertor geöffnet werden.

Once the water level inside the lock’s chamber has reached the upstream water level, the upper gate can slide open.

Die Schleuse mit geöffnetem Obertor.

The lock with its upper gate opened.

Sobald das Obertor geöffnet ist, können Schiffe in die Schleuse einfahren.

Once the upper gate is opened, ships may enter the lock.

Sobald alle Schiffe in der Schleuse vertäut wurden, wird das Obertor wieder geschlossen. Eine Kammerlänge von 311 Metern bietet reichlich Platz für Schiffe. Anders als in den Schleusen des Rhein-Herne-Kanals gibt es hier jedoch keinen Rammschutz, der verhindert, dass Schiffe das Tor beschädigen.

Once all ships have been moored inside the lock, the upper gate can be closed again. A chamber with a length of 311 meters offers plenty of room for ships. Unlike the Rhine-Herne Canal locks, however, this lock doesn’t have a barrier that would prevent ships from damaging the gate.

Genau wie im Falle der Schleuse Duisburg-Meiderich wird auch hier das Wasser durch verschließbare Schütze in der der Kammersohle abgelassen, so dass mittels des Prinzips der kommunizierenden Gefäße ein Ausgleich zwischen dem Wasserstand innerhalb und außerhalb der Schleusenkammer hergestellt werden kann.

Just like the Lock Duisburg-Meiderich, this lock also drains the water via sealable paddles in the chamber’s floor, thereby creating a balance between the water levels inside and outside the chamber by utilizing the principle of communicating vessels.

Der Wasserstand innerhalb der Schleusenkammer sinkt.

The water level inside the lock chamber is dropping.

Würde das Wasser nicht unterhalb der Wasseroberfläche abgelassen werden, wären die entstehenden Stömungen noch stärker.

If the water wasn’t drained below the water surface, it would cause even stronger currents.

Am Schleusentor erkennt man sehr gut, wie hoch das Wasser gespritzt ist.

On the lock’s gate, you can see very well how high the water has splashed.

Sobald der Wasserstand innerhalb der Schleusenkammer gleichauf mit dem Wasserstand im Unterwasser ist, kann das Untertor geöffnet werden.

Once the water level inside the lock’s chamber has reached the downstream water level, the lower gate can slide open.

Sobald das Untertor geöffnet ist, können die Schiffe die Schleuse verlassen.

Once the lower gate is opened, the ships may leave the lock.

Das Rückpumpwerk Duisburg wurde früher genutzt, um bei Bedarf Wasser aus dem Unterwasser ins Oberwasser zurückzupumpen. In den späten 1990er Jahren wurde das Pumpwerk außer Betrieb genommen. Seine Funktion wird heute vom Anfang der 1980er Jahre erbauten Rückpumpwerk Duisburg-Meiderich übernommen, das sich weniger als einen Kilometer entfernt am Rhein-Herne-Kanal befindet (siehe hierzu den Beitrag zur Schleuse Duisburg-Meiderich). Da es sich bei der Ruhr um ein Fließgewässer handelt, ist ein Rückpumpen des Wassers ins Oberwasser, wenn überhaupt, sowieso nur in geringem Umfang erforderlich.

The Pumping Station Duisburg was previously used to pump water from the downstream level back into the upstream level. In the late 1990s, the pumping station was put out of service. These days, its former function is carried out by the Pumping Station Duisburg-Meiderich built in the late 1980s, which is located at the Rhine-Herne Canal, less than a mile away (see the previous report on the Lock Duisburg-Meiderich). Since the Ruhr is a body of moving water, pumping back water into the upstream level is only required to a small degree, if at all.

Eine Tafel mit Informationen zur Schleuse. Die Ruhrschleuse ist Teil der Route der Industriekultur, einem Projekt des Regionalverbandes Ruhr, das als touristische Themenstraße viele Sehenswürdigkeiten des Ruhrgebietes verbindet. An vielen Stellen finden sich solche Tafeln mit historischen Fotos und Informationen zu Funktion und Geschichte der jeweiligen Anlage.

A chart with information on the lock. The Ruhr Lock is part of the Industrial Heritage Trail (German: „Route der Industriekultur“, i.e. „route of industrial culture“), a project supervised by the Regionalverband Ruhr, which connects many sights of the Ruhr area as a tourist route. Many places feature charts like this one, with historic photos and information on the purpose and history of the site in question.

Etwa einen Kilometer flussaufwärts von der Ruhrschleuse befindet sich ein kurzer Verbindungskanal, der den Unterlauf der Ruhr mit dem Rhein-Herne-Kanal im Oberwasser der Schleuse Duisburg-Meiderich verbindet. Dies ermöglicht die Nutzung der Ruhrschleuse Duisburg als zweite Kammer für die Schleuse Meiderich. Die Brücke über den Verbindungskanal ist für Fußgänger und Radfahrer im Normalfall frei zugänglich und stellt die Verbindung zwischen Ruhrwehr Duisburg, Ruhrschleuse Duisburg und Schleuse Duisburg-Meiderich einerseits und dem ehemaligen Leinpfad, der am Rhein-Herne-Kanal entlang weiter nach Oberhausen führt, her.

About a kilometer (less than a mile) upstream from the Ruhr Lock, there is a short canal that connects the lower Ruhr to the Rhine-Herne Canal, specifically the Lock Duisburg-Meiderich’s „upstream“ water level. This allows using the Ruhr Lock Duisburg as a second chamber for the Meiderich lock. The bridge crossing the small channel is freely accessible for pedestrians and cyclists under normal circumstances. It connects the Ruhr Weir Duisburg, the Ruhr Lock Duisburg and the Lock Duisburg-Meiderich on one side and the former towpath running alongside the Rhine-Herne Canal all the way to Oberhausen and beyond on the other side.

Das Hochwassersperrtor wird bei Ruhrhochwasser geschlossen, um eine Überflutung des Rhein-Herne-Kanals zu verhindern. Ein Bild des Sperrtores kurz nach seiner Fertigstellung im Jahr 1952 findet sich hier.

The floodgate is closed in the case of a flood in the Ruhr in order to prevent flooding the Rhine-Herne Canal. A photo of the floodgate shortly after construction was completed in 1952 can be found here.

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ThyssenKrupp Duisburg-Bruckhausen

Nach diversen Verzögerungen komme ich nun endlich zum ersten Hüttenwerk meiner Heimatstadt. Duisburg war aufgrund seiner günstigen Lage an der Mündung der Ruhr in den Rhein bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts einer der zentralen Industriestandorte des Ruhrgebiets. Im Zuge des fortschreitenden Niedergangs der Stahlindustrie blieb Duisburg letztendlich als letzter großer Standort der Branche übrig. Heute befinden sich alle noch aktiven Hochöfen des Ruhrgebiets (sieben bzw. acht insgesamt, in drei bzw. vier Werken, je nach Zählweise; mehr dazu in späteren Beiträgen) in Duisburg.

Den Anfang mache ich mit dem wohl am häufigsten fotografierten noch aktiven Hüttenwerk Deutschlands überhaupt, dem Werksteil Bruckhausen der heute zu Thyssenkrupp gehörenden früheren August-Thyssen-Hütte, nur wenige Kilometer von meiner aktuellen Wohnung entfernt. Dort befindet sich der zur Zeit modernste Hochofen Europas.

After various delays, I finally turn my attention to the first ironworks plant in my own home town. Due to its convenient location at the confluence of the rivers Rhine and Ruhr, Duisburg became one of the major industrial centers of the Ruhr area. As a result of the continuing decline of the steel industry, Duisburg ultimately ended up as the sector’s last major center. These days, all remaining active blast furnaces in the Ruhr area (seven or eight in total, in three or four plants, depending on how you count; more on that in future reports) are located in Duisburg.

I’m going to start off with what is probably the most frequently photographed ironworks site in Germany that is still active, the Bruckhausen part of what is now the ThyssenKrupp ironworks plant, formerly known as the „August-Thyssen-Hütte“, located only a few miles from my current apartment. The site contains what is currently the most modern blast furnace in Europe.

Das ThyssenKrupp-Werk vom Landschaftspark Duisburg-Nord (mehr dazu in einem der nächsten Beiträge) aus gesehen. Ganz links das Stahlwerk in Beeckerwerth inklusive Gasometer, rechts daneben die Hochöfen 9 und 8 im Werksteil Bruckhausen, ganz rechts zwei weitere Gasometer.

The Thyssenkrupp plant as seen from the Landschaftspark Duisburg-Nord (more on that in a future report). To the very left, there is the steel plant in the district of Beeckerwerth, including a gas holder. Further to the right, there are blast furnaces no. 9 and no. 8 in the Bruckhausen part of the plant, with two more gas holders to the very right.

Ein Vergleichsfoto aus dem Jahr 2010 zeigt ein paar Änderungen: Das Erscheinungsbild von Hochofen 9 hat sich seit der jüngsten Neuzustellung 2012/2013 etwas gewandelt, und Hochofen 4, der 2010 noch rechts von Hochofen 8 zu sehen ist, wurde Anfang 2013 abgerissen. Unter einer „Neuzustellung“ versteht man im engeren Sinne die Erneuerung der feuerfesten Innenausmauerung eines Hochofens, zu deren Zweck der Hochofen heruntergefahren wird, jedoch werden bei der Gelegenheit häufig auch diverse andere technische Neuerungen umgesetzt; in früheren Jahrzehnten wurden Hochöfen auch gerne mal einfach abgerissen und komplett neu (und größer) gebaut. Die Betriebszeit eines Hochofens zwischen zwei Neuzustellungen wird auch „Ofenreise“ genannt und beträgt in der Regel zwischen zehn und zwanzig Jahren. In dieser Zeit ist der Hochofen im Dauerbetrieb und darf nicht ausgeblasen werden. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass jeder Hochofen über mindestens drei Winderhitzer verfügt.

A comparison photo from 2010 reveals some changes to the plant: The appearance of blast furnace no. 9 has slightly changed since the latest renovation in 2012/2013, and blast furnace no. 4, which can still be seen to the right of blast furnace no. 8 in 2010, was demolished in early 2013. A „renovation“ of a blast furnace in the strictest sense refers to replacing the refractory lining, which requires shutting down the blast furnace, but usually this also includes implementing various technological innovations; in previous decades, blast furnaces were often even completely demolished and rebuilt larger. The operation time of a blast furnace between two renovations is also referred to as a „furnace campaign“, and typically spans between ten and twenty years. During this time, the blast furnace is permanently in use and must not be blown out. This is also one of the reasons why it makes sense to have at least three Cowper stoves for each blast furnace.

Die Hochöfen 9 und 8 von der Friedrich-Ebert-Brücke über den Rhein bei Ruhrort aus gesehen. Links die zwei Gasometer, rechts im Hintergrund die Hochöfen 2 und 1 im Werksteil Schwelgern (mehr dazu in einem späteren Beitrag).

Blast furnaces no. 9 and no. 8 as seen from the Friedrich-Ebert-Brücke across the Rhine in the district of Ruhrort. The two gas holders are on the left, while on the right, you can see blast furnaces no. 2 and no. 1 in the Schwelgern part of the plant (more on that in a future report) in the distance.

Die Hochöfen 8 und 9 von der anderen Rheinseite aus gesehen.

Blast furnaces no. 8 and no. 9 as seen from the other side of the Rhine.

Ein paar Ansichten aus Bruckhausen.

Some views from Bruckhausen.

Eine der bekanntesten Perspektiven des Werks, aufgenommen vom Marktplatz im Stadtteil Beeck, meinem aktuellen Wohnort.

One of the most famous perspectives of the plant, as seen from the market square in the district of Beeck, my current home.

Hier ist der Standort die Straßenbahn- und Bushaltestelle Beeck Denkmal. Vor dem Werk verläuft die Autobahn A42.

The plant as seen from the streetcar station and bus stop Beeck Denkmal. In front of the plant, you can see the highway A42.

Dieselbe Perspektive, aufgenommen im Januar 2010. Im Zuge der Neuzustellung von 2012 bis 2013 wurde bei Hochofen 9 (links) unter anderem die „Bleeder“-Bühne durch ein deutlich kleineres Exemplar ersetzt. Wie schon im Beitrag zur Völklinger Hütte erläutert, dienen die „Bleeder“, auf Deutsch Ablassventile, dazu, das im Hochofen freigesetzte Gichtgas bei zu hohem Druck abzulassen. Bilder vom Austausch der Bühne finden sich unter anderem hier und hier. Ebenfalls im Zuge der Neuzustellung erhielten die Geländer von Hochofen 9 einen rosafarbenen Anstrich, passend zu den Geländern von Hochofen 8 und der übrigen Anlage. Dabei scheint es sich um eine von mehreren Duisburger Besonderheiten zu handeln, die Geländer der Hochöfen der Dillinger Hütte verfügen genau wie die Geländer der Hochöfen von ArcelorMittal Bremen über einen gelben Anstrich.

Die Ansicht des lange als August-Thyssen-Hütte bekannten Werks hat sich im Laufe der Jahrzehnte stetig gewandelt. Ursprünglich prägten deutlich kleinere Hochöfen den Stadtteil; diese erhielten wiederum im Zuge von Neuzustellungen Gichtgasrohre, die es zuvor nicht gab. Hochofen 10 kam im Jahr 1959 hinzu, gefolgt von den beiden lange Zeit größten Hochöfen des Werks, Hochofen 11 im Jahr 1961 und Hochofen 6 im Jahr 1963. Die Nummerierung der Hochöfen, die sich sich wie in den meisten Werken auf den Standort bezieht, wurde später geändert, so erhielt der 1974 neu zugestellte und erweiterte Hochofen 6 die neue Nummer 4, analog wurde aus Hochofen 10 die Nummer 8 und aus Hochofen 11 die Nummer 9. Die „klassische“ Ansicht des Werks aus den 1960er bis 1980er Jahren, die auch häufig als Kulisse für die SchimanskiTatorte mit Götz George in der Hauptrolle genutzt wurde, ist unter anderem hier, hier, hier, hier und hier zu sehen. Hochofen 11 bzw. 9 befindet sich ganz links, Hochofen 6 bzw. 4 rechts.

The same perspective in January 2010. During the renovations between 2012 and 2013, blast furnace no. 9 (left) had its bleeder platform replaced by a considerably smaller version. As previously explained in the report on Völklingen Ironworks, the bleeders serve to release the gas generated inside the blast furnace if the pressure gets too high. Photos of the platform being replaced can be seen here and here, among other places. Also during the renovation, the rails were given a pink paint job, thus matching the rails of blast furnace no. 8 and the rest of the site. This appears to be one of several Duisburg-only specialties, since the rails of both the blast furnaces of the Dillinger Hütte and the blast furnaces of the ArcelorMittal site in Bremen have a yellow paint job instead.

The view of the plant, known as „August-Thyssen-Hütte“ for a long time, has changed many times over the course of the past few decades. Originally, the district’s skyline was dominated by considerably smaller blast furnaces; as part of the renovation process, they were eventually equipped with furnace gas pipes, which they originally didn’t have. Blast furnace no. 10 was built in 1959, followed by the plant’s two largest blast furnaces for many decades, blast furnace no. 11 in 1961 and blast furnace no. 6 in 1963. The numbering system was based on the blast furnaces‘ locations, as is the case in many plants, and was later changed: Blast furnace no. 6, renovated and enlarged in 1974, was given the new number 4; and likewise, blast furnaces no. 10 and 11 were given the new numbers 8 and 9, respectively. The „classic“ view of the plant from the 1960s through the 1980s, which was also frequently used as a backdrop for the German crime TV show „Tatort“ starring Götz George as Horst Schimanski, can be seen here, here, here, here and here, among other places. Blast furnace no. 11 (or 9) is located on the very left, blast furnace no. 6 (or 4) on the right.

Die heutigen Hochöfen 9 und 8 aus der Nähe. Im Vergleich zu den Fotos aus früheren Jahrzehnten fällt auf, dass mittlerweile viele Häuser, die sich früher vor dem Werk befanden, verschwunden sind. Mehr zum fortschreitenden Abriss des Stadtteils Bruckhausen am Ende dieses Beitrags.

The modern blast furnaces no. 9 and no. 8 seen from up close. Compared to the photos from earlier decades, you might notice that a lot of buildings that once stood in front of the plant are now gone. More on the continuing demolition of the district of Bruckhausen at the end of this report.

Nachtaufnahmen aus dem Jahr 2010 zum Vergleich. Neben den Änderungen an Hochofen 9 fällt auch der Neuanstrich des Schornsteins im Vordergrund ins Auge. Insgesamt verfügt ein Großteil der Anlagen auf dem Werkgelände heutzutage über einen farbenfrohen Anstrich.

Hochofen 9 wurde 1987 erstmals neu zugestellt. Dabei wurde nicht nur der Ofen selbst vergrößert, es wurden auch die Gichtgasrohre, die Bleeder-Bühne und die Winderhitzer ersetzt – genaugenommen blieb eigentlich nur das Gestell des alten Hochofens übrig. Selbiges wurde bei dieser Gelegenheit zudem mit einer Außenverkleidung versehen, die ebenfalls zu den zuvor bereits erwähnten Duisburger Besonderheiten gehört. Heute verfügen sämtliche noch aktiven Hochofen auf Duisburger Stadtgebiet aus Umweltschutzgründen über eine derartige Außenverkleidung. Bilder vom Um- bzw. Neubau von Hochofen 9 zwischen 1985 und 1987 finden sich unter anderem hier, hier und hier.

Nach der Neustellung von Hochofen 9 wurden die übrigen Hochöfen im Werksteil Bruckhausen, mit Ausnahme von Hochofen 4, ausgeblasen; Hochofen 8 stand seit 1991 nur noch in Reserve. Im Laufe der Jahre wurden die kleineren Hochöfen dann abgerissen, zuletzt Hochofen 8, der im Jahr 2004 gemeinsam mit der Gasreinigung verschwand. Etwa zur selben Zeit erhielt Hochofen 9 einen vierten Winderhitzer, der für den Fall von notwendigen Reparatur- oder Wartungsarbeiten eines anderen Winderhitzers als Reserve dient. Bilder vom Werk zwischen 1987 und dem Abriss der älteren Hochöfen finden sich unter anderem hier, hier, hier, hier und hier, Bilder aus der Zeit vor dem Abriss von Hochofen 8 unter anderem hier, hier und hier.

2006 begann ThyssenKrupp dann mit dem Bau des brandneuen Hochofen 8 am ehemaligen Standort des früheren Hochofens gleichen Namens, der Ende 2007 in Betrieb ging. Von einigen Zeitgenossen abfällig als „Designer-Hochofen“ bezeichnet, basiert der zur Zeit modernste Hochofen Europas auf den Erfahrungen, die seit 1987 mit Hochofen 9 gemacht wurden. Der von Anfang an in der Planung vorgesehenen Außenverkleidung wurde ein auffälliger Anstrich in verschiedenen Rottönen verpasst, wodurch die unterschiedlichen Hitzestufen im Inneren des Hochofens visualisiert werden sollen. Bilder vom Neubau von Hochofen 8 finden sich unter anderem hier, hier, hier, hier und hier. Nach erfolgreicher Inbetriebnahme von Hochofen 8 stand Hochofen 4 nur noch in Reserve. Mit der Neuzustellung 2012/2013 wurde Hochofen 9 technisch auf den neuesten Stand gebracht und mit Hochofen 8 gleichgestellt. Ein Anstrich der Außenverkleidung ähnlich wie bei Hochofen 8 ist seit Jahren vorgesehen, wurde jedoch bislang immer wieder zurückgestellt.

Night photos taken in 2010 for comparison. Aside from the changes to blast furnace no. 9, you may also notice the new paint job of the smokestack in the foreground. In general, many of the installations of the ThyssenKrupp plant have been given colorful paint jobs in recent times.

Blast furnace no. 9 was renovated for the first time between 1985 and 1987. Not only was the furnace itself enlarged, but the furnace gas pipes, the bleeder platform and the Cowper stoves were replaced as well – strictly speaking, only the outer frame of the old blast furnace remained. In addition, the frame itself was given an outer facade, which is also one of the previously mentioned Duisburg-only specialties. These days, all the still active blast furnaces in Duisburg are equipped with such an outer facade for environmental reasons. Photos of the reconstruction of blast furnace between 1985 and 1987 can be seen here, here and here.

Following the renovation of blast furnace no. 9, the remaining blast furnaces in the Bruckhausen plant, with the exception of blast furnace no. 4, were blown out; blast furnace no. 8 was put on reserve in 1991. Over the years, all the smaller blast furnaces were demolished, with blast furnace no. 8 being the last; it disappeared in 2004 together with the gas cleaning plant. Around the same time, blast furnace no. 9 was given a fourth Cowper stove, which serves as a reserve in the case of necessary repairs or maintenance of another Cowper stove. Photos of the plant between 1987 and the demolition of the older blast furnaces can be seen here, here, here, here and here, among othere places; photos from before the demolition of blast furnace no. 8 can be seen here, here and here, among other places.

In 2006, ThyssenKrupp then began the construction of a new blast furnace no. 8 on the position of the former blast furnace of the same name, which went into service at the end of 2007. Derogatorily referred to as a „designer“ blast furnace by some people, Europe’s currently most modern blast furnace was based on the experiences made with blast furnace no. 9 since 1987. The outer facade, which had been part of the overall design from the very beginning, was given an eye-catching paint job in various shades of red, which are supposed to visualize the different temperatures inside the blast furnace itself. Photos from the reconstruction of blast furnace no. 8 can be seen here, here, here, here and here, among other places. Once blast furnace no. 8 had been successfully put into service, blast furnace no. 4 was put on reserve. With its renovation in 2012/2013, blast furnace no. 9 was brought up to date with modern technological standards and put on equal footing with blast furnace no. 8. For many years, there have been plans to give the outer facade a paint job similar to blast furnace no. 9, but those plans have been repeatedly postponed thus far.

Hochofen 9 von der Seite. Rechts im ersten Bild sieht man die Fackel, mit der überschüssiges Gichtgas verbrannt wird.

Blast furnace no. 9 seen from the side. To the right in the first photo, you can see the torch, which is used to burn off excess furnace gas.

Ein Torpedopfannenwagen transportiert gerade flüssiges Roheisen vom Hochofen zum Stahlwerk in Beeckerwerth.

A torpedo car is transporting molten pig iron from the blast furnace to the nearby steel plant in the district of Beeckerwerth.

Die Rückansicht von Hochofen 9 von der Alsumer Straße, die hinter dem Werk verläuft. Von hier aus kann man dabei zusehen, wie die „Hunte“ oder „Skips“ das Eisenerz über den Schrägaufzug bis auf die Gichtbühne transportieren und dort in den Hochofen entleeren.

The rear view of blast furnace no. 9 as seen from the Alsumer Straße, which runs behind the plant. From here, it’s possible to watch the „skip“ cars transporting the iron ore up to the charging platform via the inclined lift and dropping their load into the blast furnace.

Nahaufnahme der Gichtgasrohre und der Bleeder-Bühne von Hochofen 8 von hinten.

Close-up of the furnace gas pipes and the bleeder platform of blast furnace no. 8 as seen from behind.

Der Schrägaufzug und die Skips von Hochofen 8 sind von hinten nicht ganz so gut einsehbar.

The inclined lift and the skip cars of blast furnaces no. 8 can’t be observed quite as well from behind.

Tor 2 des ThyssenKrupp-Werks an der Kaiser-Wilhem-Straße, ehemals Tor 10 und der Eingang zum Kokereigelände, heute für die Vergabe von Werks- und Besucherausweise genutzt. Das kahle Gelände im Hintergrund war früher der Standort der älteren Hochöfen, von denen zuletzt nur noch Hochofen 4 übrig geblieben war. Man beachte auch den abrupt endenden Schutzanstrich der Rohre. Bilder der Kokerei finden sich unter anderem hier, hier, hier, hier, hier und hier. Nachdem 2003 ein paar Kilometer entfernt die moderne Kokerei Schwelgern in Betrieb ging, wurde die alte Kokerei in Bruckhausen zunächst stillgelegt und ab 2006 schließlich abgerissen. Bilder vom Abriss finden sich unter anderem hier, hier und hier.

Nach dem Abriss der Kokerei wurde der Blick aus der Dieselstraße auf Hochofen 4 zu einem beliebten Fotomotiv, zu sehen unter anderem hier, hier, hier und hier. Schließlich wurde auch noch der Schornstein im Vordergrund abgerissen und gab die Sicht auf Hochofen 4 vollends frei, zu sehen unter anderem hier, hier, hier und hier.

Gate 2 of the ThyssenKrupp plant at the Kaiser-Wilhelm-Straße, formerly gate 10 and the entrance to the coking plant, nowadays used for issuing workplace and visitor IDs. The open space in the background used to be the location of the older blast furnaces, with blast furnace no. 4 being the last one remaining. Also note the abruptly ending protective paint job of the pipes. Photos of the coking plant can be found here, here, here, here, here and here, among other places. After a modern coking plant located in Schwelgern, only a few miles away, had gone into service in 2003, the old coking plant in Bruckhausen was first shut down and then demolished beginning in 2006. Photos of the demolition in progress can be found here, here and here, among other places.

Following the demolition of the coking plant, the view of blast furnace no. 4 seen from the Dieselstraße became a popular subject of photographs, as seen here, here, here and here, among other places. Eventually, the smokestack in the foreground was demolished as well, thereby revealing an unblocked view of blast furnace no. 4, as seen here, here, here and here, among other places.

Das Motiv sollte jedoch nicht lange währen, denn 2013 war schließlich auch Hochofen 4 an der Reihe. Zunächst verschwanden die Winderhitzer, anschließend wurde auch der Hochofen selbst abgerissen. Weitere Fotos vom Abriss finden sich unter anderem hier, hier, hier, hier, hier und hier.

The view wasn’t meant to last for long, though, since in 2013, the days of blast furnace no. 4 were numbered as well. First the Cowper stoves disappeared, then the blast furnace itself was demolished. More photos of the demolition in progress can be found here, here, here, here, here and here, among other places.

Aber nicht nur die Werksanlagen verschwinden – ein beträchtlicher Teil des Stadtteils Bruckhausen musste ebenfalls dran glauben. Nahezu die komplette Häuserzeile an der Kaiser-Wilhelm-Straße und diverse angrenzende Häuserblöcke sind mittlerweile der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Es handelt sich dabei fast ausnahmslos um Häuser aus der Gründerzeit, die im Rahmen einer fehlgeleiteten Stadtteilentwicklung einem „Grüngürtel“ Platz machen müssen. Damit findet der Jahrzehnte andauernde Niedergang des einstigen Arbeiterstadtteils einen weiteren traurigen Höhepunkt. Wie in vielen vergleichbaren Stadtteilen, die ursprünglich als werksnahe Wohnstätten für die Hüttenarbeiter dienten, führte der wirtschaftliche Aufschwung dazu, dass eben jene Arbeiter bald genug Geld verdienten, um sich eine bessere, weiter abseits gelegene Wohnlage leisten zu können. Die verbliebenen Anwohner litten jahrzehntelang an der durch die Hütte verursachten Verschmutzung, die auch durch immer strengere Umweltauflagen der Stadt nur sehr langsam nachließ.

Als immer mehr alteingesessene Bruckhausener ihrem früheren Stadtteil den Rücken kehrten, ließen sich zunehmend Migranten in deren alten Häusern nieder, und Bruckhausen wurde wie viele vergleichbare Stadtteile zu einem sozialen Brennpunkt. Schließlich mussten auch die letzen türkisch- und albanischstämmigen Bewohner ihre Wohnungen räumen. Daraufhin bezogen illegale Hausbesetzer aus vorwiegend osteuropäischen Ländern die nun leerstehenden Häuser, bis auch sie endgültig vertrieben wurden. Seit Jahren schon werden die alten Gründerzeithäuser nun der Reihe nach abgerissen, allen Protesten der letzten verbliebenen Bruckhausener und diverse Bürgerinitiativen zum Trotz. Der neue Grüngürtel soll einen größeren Abstand zwischen dem ThyssenKrupp-Werk und den noch bewohnten umliegenden Gebieten schaffen, doch das Projekt ist auch heute noch stark umstitten.

Not only have many installations of the plant disappeared, though – a considerable part of the district of Bruckhausen was also torn dorn. Nearly the complete row of houses at the Kaiser-Wilhelm-Straße and various bordering blocks have fallen victim to the wrecking ball. We’re talking almost exclusively about buildings dating from the Gründerzeit era, which hade to make room for a „green belt“ as part of a misguided district development project. This marks another tragic climax of the decades-long decline of the former working-class district. As was the case with many similar districts, which originally served as homes for the plant’s employees in the immediate vicinity of their workplace, the economic boom resulted in the workers eventually earning enough money so they could afford better homes further away from the plant. The remaining residents suffered from the pollution caused by the plant, which was only reduced very gradually by increasingly rigid environmental regulations imposed by the city administration.

With more and more longtime Bruckhausen residents turning their back on their former district, an increasing number of migrants moved into their old homes, and Bruckhausen, like many comparable districts, became a deprived area. Eventually, the new residents, which were primarily of Turkish and Albanian origin, had to leave their homes as well. Subsequently, illegal squatters, mostly hailing from Eastern European countries, took residence in the now vacant homes, until they were finally driven out as well. Over the past few years, the old Gründerzeit era houses have been demolished one by one, despite all protests by the last remaining Bruckhausen residents and various local initiatives. The new green belt is supposed to create a larger division between the ThyssenKrupp plant and the still inhabited surrounding areas, but the project is still highly controversial.